Die Trasse - eine Eh-da-Fläche
Unter Stromtrassen, entlang von Bahnlinien, Autobahnen oder über Gasleitungen müssen die Flächen regelmäßig gepflegt werden, damit Gehölze nicht in den Sicherheitsbereich hineinwachsen und Wartungsarbeiten ungehindert möglich bleiben. Im Trassenmanagement gelten solche Bereiche ökologisch als sogenannte Eh-da-Flächen – Flächen also, die „sowieso“ vorhanden sind und meist ohne erkennbare wirtschaftliche Nutzung in der freien Landschaft liegen. Zu diesen naturnahen Bereichen zählen neben Verkehrsinseln, Regenrückhaltebecken, Bahndämmen, Hochwasserdämmen, Deichen sowie weiteren wegbegleitenden oder kommunalen Grünflächen auch Stromtrassen.
Während der technische Zweck dieser Flächen klar definiert ist, eröffnen sie zugleich wertvolle ökologische Potenziale. Durch eine ökologisch ausgerichtete Pflege können Trassen biodiversitätsfördernd entwickelt und als Biotope aufgewertet werden. Maßnahmen wie angepasste Mahdregime, strukturreiche Vegetationsgestaltung oder eine gezielte Biotoptypkartierung schaffen dabei die Grundlage, um den Naturschutz fachlich fundiert zu integrieren. So können Trassen nicht nur sicher betrieben, sondern auch naturnah gestaltet werden – und etwa durch die Generierung von Ökopunkten einen messbaren Beitrag zum Schutz und zur Förderung der Biodiversität leisten.
Biotoptentypkatierung
Die Grundlage vom Ökologischen Trassenmanagement (ÖTM) basiert auf einer Biotoptypkartierung. Dabei werden neben Bewirtschaftsungsformen wie Acker- und Grünlandwirtschaft auch alle Flächen erfasst wo Stromleitungen über Feucht-, Wald oder Buschlandschaften laufen. Diese „unbewirtschafteten“ Flächen bilden den Grundstein von ÖTM. Bei der Biotoptypkartierung werden diese Flächen in Ihrem Ist-Zustand nach dem jeweiligen Landesschlüssel kartiert und mit Hinsicht auf ihr ökologisches Potential bewertet. Mit den daraus erstellten Pflege- und Entwicklungsplänen werden durch gezielte Maßnahmen „ungenutzte“ Flächen ökologisch aufgewertet und die Eingriffe für den Stromleitungsfreischnitt langfristig reduziert.
Beratung I Schulungen
Wir schulen und beraten Behörden, Personal von Planungsbüros oder Stromleitungsbetreibern bezüglich Ökologischen Trassenmanagement. Das beinhaltet die Planung eines Trassenabschnittes, die Biotoptypkartierung im Gelände und die daraus folgende Umsetzung in der Fläche sowie das zukünftige Flächenmanagement.
Ökopunkte durch Ötm
Eingriffe in den Naturraum bei Bauarbeiten müssen je nach Stärke an anderer Stelle kompensiert werden. Wenn Sie FlächeneigentümerIn unter einer Stromleitung sind, so können Maßnahmen auf Ihrer Fläche, die eine ökologische Aufwertung mit sich bringen, in Form von Ökopunkten monetär
gegengerechnet werden. Dabei wird der alte Zustand mit dem neuen verglichen und eingepreist.
Ötm praktisch
Primär geht es um eine Reduzierung der regelmäßigen Trassenfreischnittsintervalle. Dies kann durch Reduktion der schnellwachsenden Baumarten geschehen oder durch eine Umformung des Biotops. Besteht ein Trassenabschnitt beispielsweise aus einer Waldschneise, die sich durchgehend mit Pioniergehölzen wie Pappel und Birke aussamt, könnte durch> Schaffung einer Offenlandstruktur mit Gehölzinseln und einer anschließenden> extensiven Mahd oder noch besser Beweidung, eine hochwertige Fläche> entstehen, die einen Anstieg der Biodiversität mit sich bringt und als> Korridor oder Trittstein seltener Insekten oder Pflanzen dient.
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